Muay Thai / Thaiboxen

Muay Thai ist das Ergebnis verschiedener regulärer Kampfkünste. Den Ursprung des Muay Thai kann man noch heute über 1000 Jahre zurück bis nach Thailand und ins benachbarte Burma verfolgen. Über Jahrtausende entwickelt, entstand Muay Thai aus alten Kriegskünsten thailändischer Soldaten. Die traditionelle Form wird Muay Thai Boran genannt. Boran bedeutet übersetzt „traditionell“ oder auch „alt“. Es handelt sich hierbei um eine extrem komplexe Form. Die Kämpfe wurden in Kombination mit verschiedenen Waffen und Bewegungen ausgeführt. Dabei wurden Bewegungen und Techniken ausgeübt welche heute kaum noch vorstellbar sind.

Die Geschichte des Muay Thai (Thaiboxen)

Unbewaffnet lernten die Krieger ihre Fäuste, Ellenbogen und Beine zur Verteidigung zu benutzen um sich gegen sämtliche Angreifer zu verteidigen. Angriffe auf das thailändische Königreich wurden damals stets erfolgreich abgewehrt. Es kam zwar zu massiven Kämpfen, jedoch konnte das Königreich zu keinem Zeitpunkt erobert werden. Dieser Erfolg ist ohne jeden Zweifel auf das Können der Muay Thai Kämpfer zurückzuführen.

Im Jahr 1767 wurden während des Krieges zwischen dem damaligen Siam und des damaligem Birma weitestgehend fast alle Aufzeichnungen, welche es über die Kunst und Tradition des Muay Thai gab, vernichtet. Heute geht man jedoch davon aus, dass sich das Thaiboxen um das Jahr 1560 entwickelt hat. Ein wichtiger und bekannter Name in der Geschichte des Muay Thai ist Nai Kha Nom Tom. Er war einer von vielen Gefangenen des Königs von Birma und trat freiwillig am 17. März 1770 nacheinander gegen 10 Birmanische Kämpfer an. Alle Kämpfe konnte er für sich entscheiden. Er gewann damit seine Freiheit und zog zurück nach Thailand. Heute wird der 17. März offiziell als Tag des Muay Thai gefeiert.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Muay Thai Boxen weiter bekannt.
1921 wurde erstmalig ein Muay Thai Kammpf in einem Ring ausgeübt. Zu diesem Zeitpunkt wurde jedoch noch mit einfachen Handbandagen gekämpft. Kokosnussschalen dienten als Tiefschutz. Erst im Jahr 1929 kamen die ersten Boxhandschuhe zum Einsatz.
Regeln wurden festgesetzt und 1995 gründete die Regierung den World Muay Thai Council (WMC). Die Gründung des WMC hatte zur Folge, dass fortan alle Vereine diesem unterstellt waren. Es gab keine Streitigkeiten mehr unter den Vereinen.

Damals wie heute ist Muay Thai ein sehr wichtiger Bestandteil der thailändischen Kultur und wird als Kampfsport aktiv von ca. 65.000 Thailändern ausgeübt. Oft beginnt bereits im Kindesalter das Training. Die Thailänder sind sehr stolz auf den Muay Thai. So ist auch der Name Muay Thai rechtlich geschützt. Das „Th“ in dem Wort Thai steht für den Staat Thailand.

Muay Thai (Thaiboxen) Regeln

Muay Thai wird sehr oft gleichgestellt mit Kickboxen. Tatsächlich ähneln sich die beiden Kampfsportarten in vielen Techniken, aber dennoch gibt es deutliche Unterschiede. Um den Gegner zu kontrollieren oder ihn mit den Knien zu treffen, werden im Muay Thai verschiedene Clinchtechniken angewendet. Hierbei wird der Gegner umklammert. Dies geschiet regelkonform.

Weitere erlaubte Techniken sind Ellenbogen- und Knietechniken, Tritte mit dem Schienbein und dem Fuß, Schläge zum Kopf hin und das Festhalten des Gegners am Bein. Damals erlaubt, heute jedoch aus Sicherheitsgründen verboten sind Kopfstöße. Das Schlagen oder Treten in die Genitalien wird situationsbedingt bzw. teilweise toleriert. Das selbe gilt für Schläge und Tritte in den Unterleib, gegen den Hinterkopf und das Knie. In Thailand werden weitere Schläge teilweise noch toleriert, wenn der Gegner bereits zu Boden geht oder auf dem Boden liegt.

Die Kämpfer treten in Gewichtsklassen gegeneinander an. Die moderne Kampfkleidung besteht heute aus Mundschutz, Boxhandschuhen, Boxbandagen, Fußbandagen, Shorts, Bauchschutz oder auch Weste, Knieschonern und Schienbeinschonern.

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