Boxen

Bereits vor ungefähr 7000 Jahren duellierten sich die Sumerer in den Tempeln und einige Zeit später, etwa 3000 vor Chr. dienten Faustkämpfe in Ägypten zur Unterhaltung der Bevölkerung. Auch wenn dies die ersten Anfänge des Boxens waren, so unterscheiden sich die Techniken im Gegensatz zum heutigen Boxen doch sehr.

Bei einem Kampf waren nur Angriffe auf den Kopf erlaubt welcher jedoch während des Kampfes von einer Hand des Gegners gestützt wurde. So hatten beide Gegner nur jeweils eine Hand zum kämpfen. Allein dieser Umstand war schon eine sportliche Herausforderung. So machte man sich einen solchen Kampf zum Beispiel auch dann zu nutze wenn sich mehrere Personen um ein Amt bewarben.

Die Geschichte des Boxens

Aus den Anfängen entwickelte sich der Boxsport allmählich weiter und wurde 2000 Jahre später zum ersten Mal in Griechenland in die olympischen Spiele übernommen. Einige Sportler wurden damals von wohlhabenden Griechen mit Preisgeldern unterstützt. Ein Kampf endete in Griechenland mit Sieg oder Niederlage über den Gegner, nicht aber mit dessen Tod. In Rom hingegen wurden die Handschuhe der Kämpfer so massiv präpariert, dass der Verlierer sein Leben ließ. Alte Aufzeichnungen beweisen, dass zur damaligen Zeit der Boxkampf auch in Korea, China, Russland, Afrika und im alten Indien kultureller Bestandteil war.

Modernes Boxen

Das moderne Boxen entwickelte sich zwischen dem 17. und 18.Jahrhundert in England. Die ersten Aufzeichnungen über einen Boxkampf, organisiert von Herzog von Albemarle, stammen aus dem Jahr 1681. Einige Jahre später, im Jahr 1698, veranstaltete das Königstheater in London in regelmäßigen Abständen Boxkämpfe. Während dieser Veranstaltungen wurde mit freien Fingerknöcheln gekämpft. Bare-knuckle-Boxing war der Oberbegriff für diese Form des Kämpfens. Die Deutsche Übersetzung ist wörtlich: bloßer Fingerknochen. Das Bare-knuckle-Boxing barg ein hohes Verletzungsrisiko und war für die Kämpfer entsprechend mit Schmerzen verbunden. Auch heute werden noch in einigen Ländern, wenn auch illegal, Bare-knuckle-Boxing Kämpfe veranstaltet.

Regelwerk des Boxens

Der englische Fechtmeister James Figg stellte erste, wenn auch kleinere, Regeln für den Boxkampf auf. Er ging im Jahr 1719 mit dem Titel „Meister von England“ als Sieger des ersten offiziellen Boxturniers hervor. Schon bald wurde das Regelwerk fortgesetzt und veröffentlicht. Es erhielt den Namen „Broughton Rules“, benannt nach dem englischen Boxer Jack Broughton. Er war der Regelgeber für den Boxsport. Er nahm als Schüler am Training in der Boxschule von James Figg teil und wurde später 3. englischer Meister. Im Jahr 1741 kam es zu einem tödlichen Vorfall während eines Boxkampfes bei dem sein Gegner George Stevenson ums Leben kam. Jack Broughton überarbeitete das Regelwerk indem er neue Regeln hinzu fügte, welche den Boxkampf noch sicherer machen sollten.

Das überarbeitete Regelwerk Broughtons wurde im Jahr 1838 durch die „Revised London Prize Ring Rules“ erneuert. Die Broughton Rules bildeten die Basis. In den Jahren 1839 und 1853 kam es zu weiteren Neuerungen welche besagten, dass Kämpfe in einen durch Seilen begrenzten Ring stattfinden sollen und ein Kampf erst dann entschieden und beendet wird, wenn einer der Gegner am Boden liegt.
Im 19. Jahrhunderts folgten die Queensberry-Regeln. Einige Regeln haben sich bis heute durchgesetzt.

1912 wurde dann der erste Boxverein gegründet. Jedoch war Boxen zu diesem Zeitpunkt gesetzlich verboten und wurde erst im Jahr 1918 legalisiert und anerkannt. Der Boxsport fand stetig weitere Interessierte.

Das Interesse war so groß, dass bereits im Jahr 1920 der erste Boxverein in Deutschland gegründet wurde und noch im selben Jahr die erste Meisterschaft stattfand. Brachte man das Boxen damals noch mit einer reinen Schlägerei in Verbindung, hat es sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem etablierten Sport entwickelt.

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